Sonntag, 19. März 2017

Abfindung - Dafür geht's auch - Wussten Sie das?

Abfindung - da denken sicher die meisten an einen Jobverlust und den damit (eventuell) verbundenen "Goldenen Handschlag". Doch clevere Frauen zeigen Ihnen, wie es auch anders geht.

Für eine Abfindung kann man erfolglos sein - oder Lust haben


Nein, ich meine damit nicht die ehemalige Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die für ihre erfolglose Yahoo-Rettung nun 23 Millionen Dollar Abfindung bekommt. Nein!

Ich denke da mehr an die vielen Frauen, die einfach Lust haben wollten und nun (nach Berichten der KRONEN-Zeitung) bis zu 10.000 Dollar Abfindung kassieren.

Wie das geht? - Sie müssen einfach Lust haben und dann clever sein. ;-)

Lesen Sie selbst:

Freitag, 3. Februar 2017

Top-Abfindung 2017 - von SPD-Mitgliedern gefördert und kritisiert

Top-Abfindungen von Managern gehören zum Business - auch wenn sie umstritten sind. Da verhandeln Manager ganz anders als einfache Arbeitnehmer. Dazu braucht man nicht nur Ellenbogen, sondern vor allem Komplizen - oder sollte man Geschäftspartner sagen?

VW-Vorstandsmitglied bekommt rund 13 Millionen Euro mit SPD-Segen 

Hohe Millionen-Abfindungen sind im Management nun nicht gerade eine Ausnahme. Doch offensichtlich sorgt die Abfindung für Christine-Hohmann-Dennhardt nach rund einem Jahr VW-Zeit für mehr Wirbel in den Medien, als gedacht. Im VW-Media-Services ist davon zumindest nichts zu lesen.

Gabor Steingart sieht das in seinem Monrnignbriefing vom 03.02.17 so:
"Dass die Managergehälter hoch und ihre Abfindungen meistens zu hoch sind, gilt als gesicherte Erkenntnis. Neu ist allerdings, das die Hitparade der Abfindungsmillionäre im Jahr 2017 bislang von einer SPD-Genossin angeführt wird. Christine Hohmann-Dennhardt, einst hessische Justizministerin im Kabinett Hans Eichel und zuletzt Mitglied im VW-Vorstand, bekommt an der Wolfsburger Ausgangstüre rund 13 Millionen Euro Abfindung überreicht. Das Ganze hatte zuvor der SPD-Ministerpräsident von Niedersachsen, der qua Amt dem VW-Aufsichtsrat angehört, abgesegnet. Die Empörung darüber blieb im Willy-Brandt-Haus gestern aus. Martin Schulz, bitte melden, bitte melden"
Quelle: morningbriefing.handelsblatt.com, 03.02.2017

Der auch nicht gerade unumstrittene VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh kritisiert den VW-Vorstand ebenfalls heftig:
„Ich glaube, dem Markenvorstand geht es nur darum, den Aktionären kurzfristig auf Biegen und Brechen gute Zahlen zu zeigen – die Belegschaft spielt bei diesem Vorgehen entgegen aller Vernunft keine Rolle“.
So zitiert ihn die Wolfenbütteler Zeitung.

Quelle: wolfenbuetteler-zeitung.de, 02.07.2017

Dass führende SPD-Mitglieder letztlich den Segen zu einer solchen Abfindung gaben, wird auch nicht dadurch geändert, dass andere krampfhaft versuchen, eine "gute Tat" anzuregen. Die Top-Abfindung ist nicht zuletzt Dank Niedersachsens SPD-geführter Regierung beschlossen worden, die im genehmigenden Aufsichtsrat vertreten ist, unter anderen durch Ministerpräsident Stephan Weil.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, fordert nun in dem Sinne, die Abfindung als "gute Tat" zu spenden.
"VW-Ethikchefin soll Millionen-Abfindung spenden"
Darüber hinaus hat er die Verantwortlichen bei VW - wer ist das eigentlich? - aufgefordert,
„die unverschämt hohen Vorstandsgehälter und die noch viel unverschämt höheren Abfindungen“
zu stoppen.


Natürlich kann sich die CDU so eine Chance zu politischen Auseinandersetzung nicht entgehen lassen 

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hält dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Widersprüche bei dessen Kritik an zu hohen Manager-Vergütungen vor.
"Gegen Boni wettern, aber üppigen Zahlungen für Parteifreunde zustimmen - das passt nicht zusammen",
sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Und Bundestagsfraktionsvize Michael Fuchs kritisiert: 
„Martin Schulz beschwert sich, dass Manager zu hohe Gehälter bekommen. Er fordert als selbsterklärter Volkstribun Gerechtigkeit für den einfachen Arbeitnehmer ein. Dabei waren es doch seine Parteigenossen, die für die Millionenabfindung bei Volkswagen mitverantwortlich sind und die Verträge gebilligt haben ... Das muss Herr Schulz erstmal den Beschäftigten erklären“.
Quelle: Huffington Post, 03.02.2017
 
Was denken Sie, was sich durch dieses Geschrei im Hühnerstall ändern wird?
 
Ich für meinen Teil ziehe es vor, lieber denen zu helfen, eine angemessene Abfindung zu bekommen und darauf so wenig wie möglich Steuern zu zahlen, denen in ihrem Dasein als Lohnsklave nichts geschenkt wird. Dafür schreibe ich in diesem Blog und biete Hilfe zur Selbsthilfe auf www.abfindunginfo.de.

Mittwoch, 30. November 2016

Abfindung statt Kohle

Zwar wird der Begriff "Kohle" auch umgangssprachlich für Geld gebraucht, doch ein dem Prozess vor dem Landesarbeitsgericht Hamm ging es tatsächlich um echte Kohle und die Frage:

Abfindung statt Kohle 


Nach einem Bericht der WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN hat ein Bergmann gegen einen Tarifabschluss aus dem Frühjahr 2015 geklagt.

In dem Tarifabschluss wurde vereinbart, dass die Lieferung von Deputatkohle mit dem Ende des Bergbaus ab 31. Dezember 2018 in Ibbenbüren eingestellt wird. Stattdessen sollen Beschäftigte, Rentner und deren Hinterbliebene eine Abfindung als Einmalzahlung bekommen.

Im Sommer hatte das Landesarbeitsgericht bereits entschieden, dass der Tarifabschluss rechtens ist. Allerdings wurde das Urteil erst jetzt rechtskräftig.
"Der Bergmann hatte argumentiert, dass die Deputatkohle eine Leistung der betrieblichen Altersversorgung sei, in die nicht mehr eingegriffen werden dürfe. Ähnlich argumentieren auch Kläger aus Ibbenbüren und Umgebung."
Ob das Urteil eine Einzelfallentscheidung bleibt, oder die eine “Signalwirkung" hat, wie die RAG-Konzernführung und der Gesamtverband Steinkohle erhoffen, wird sich zeigen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, 24.11.2016

Mittwoch, 1. Juni 2016

Dicke Abfindung - nichts dazu geschrieben

Wie schlecht es manchen Unternehmen finanziell geht, kann man auch an den Abfindungen erkennen, die gezahlt werden. Und die Pensionen erst...

Abfindung und Pension - bloß kein Neid


Eine Abfindung ist nicht alles. Eine angemessene Rente oder Pension obendrauf wäre auch nicht schlecht.

Ein paar Beispiele:
"So soll Bernd Pischetsrieder soll nach seiner Ablösung als Volkswagen-Konzernchef 2006 für weitere fünf Jahre insgesamt 50 Millionen Euro von dem Autohersteller bekommen haben ... Pischetsrieder sei etwa einmal monatlich für jeweils einen Tag per Firmenjet aus seiner bayerischen Heimat nach Wolfsburg geflogen. In den Geschäftsberichten sei das Gehalt dem Bericht zufolge nicht aufgetaucht." (Manager-Magazin)
Doch es wäre wohl ungerecht, immer nur auf die "extraordinairen" (frz. außergewöhnlich - nicht zu verwechseln mit dem im Deutschen üblichen "ordinär" = Synonym: schmutzig, schamlos) Abfindungszahlungen der Vorstände zu verweisen.

Deren Pensionsleistungen sind auch nicht von schlechten Eltern, stehen dagegen aber kaum im Blickfeld der öffentlichen Aufmerksamkeit.

So hat der VW-Konzern in der jüngsten Bilanz für ausgeschiedene Mitglieder des Vorstandes (die zumindest teilweise für den Milliardenbetrug verantwortlich waren) mit Stand 2015 fast eine Viertelmilliarde Euro zurückgestellt (243 Mio. Euro).
"Allein die Pension für den wegen des Diesel-Skandals zurückgetretenen Konzernboss Martin Winterkorn hatte Ende 2015 einen Barwert von 28,6 Millionen Euro. Der 'Spiegel' berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, dass Volkswagen seinen Vorständen so viel Pensionen wie kein anderes Dax-Unternehmen garantiere. Laut dem Hamburger Magazin befinden sich unter den zehn Managern mit den höchsten Pensionszusagen in der deutschen Börsen-Oberliga Dax gleich sechs Vertreter des VW-Konzerns." (Focus Money)
Nur mal so zum Vergleich:
"Der durchschnittliche Zahlbetrag für alle Rentner erhöhte sich im Schnitt um 5,1 Prozent, von 766 auf 805 Euro." (Tagesspiegel)
Ich weiß zwar nicht, welcher Zinssatz, welche Zahlungsperioden und welche Laufzeit für den Barwert der Zahlungen an Herrn Winterkorn zugrunde gelegt wurden, aber ein Durchschnittsrentner bekommt pro Jahr nicht mal 10.000 Euro!

Ohne die Abzinsung bei der Barwertberechnung zu berücksichtigen bedeutet das: In 20 Rentenjahren bekommt er 200.000 Euro = 0,7 % von 28,6 Millionen Euro. Erst bei rund 140 x 20 Jahren käme er auf die gleiche Summe.

Einverstanden - das ist eine Milchmädchenrechnung. Wer es genauer will, kann ja mal genauer rechnen.

Wie heißt es doch so schön auf der Webseite von VW?


Wie wahr!
 

Quellen: manager-magazin.de, 29.05.2016; Focus.de/News-Ticker, 30.05.2016; tagesspiegel.de, 12.06.2015

Montag, 11. April 2016

2000 Kündigungen bei Lufthansa Technik?

Kündigung oder Gehaltsverzicht - mit welchen Strategien wollen Manager ihre Unternehmen sanieren? Auch der Vorstand von Lufthansa Technik beteiligt sich an dem Kreativitätswettstreit.

Lufthansa Technik - mehr als 2000 Stellenstreichungen 

Wieder einmal überzeugen Manager mit konkurrenzloser Kreativität und nachvollziehbarer wirtschaftlicher Logik. Dieses Mal sind es Vorstand und Gesellschafter von Lufthansa Technik:

"Die Lufthansa Technik mit Sitz in Hamburg hat im Jahr 2015 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert und ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Die Umsatzerlöse stiegen um 17,6 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro (+762 Mio. Euro). Sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) konnte das Unternehmen um 20 Prozent auf 454 Millionen Euro (Vorjahr: 380 Mio Euro) steigern."
So die Erfolgsmeldung vom 21.03.2016

Da freuen sich sicher auch alle Mitarbeiter vor allem in Hamburg - bis auf die paar Tausend, denen mit Gehaltskürzung oder Entlassung gedroht wird.

"Das Unternehmen will unter anderem Löhne kürzen, das Weihnachtsgeld streichen und auch an Sonntagen einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb einrichten, für den bereits ein Antrag bei der Stadt Hamburg gestellt worden ist."
So liest sich nämlich die "Erfolgsmeldung" rund einen Monat später in Spiegel-Online.

Wie werden die bedrohten Arbeitnehmer jetzt rechnen?

  • freiwillig auf Arbeitsentgelt verzichten? - das führt nicht nur aktuell zu Geldeinbußen, sondern auch später bei der Rente, falls dann doch die Kündigung folgt möglicherweise auch bei einer Abfindung und auch beim Arbeitslosengeld;
  • möglicherweise gelingt es auch einen Sozialplan mit lukrativen Aufhebungsangeboten auszuhandeln? - doch was ist ein lukrativer Sozialplan? Wer kennt sich schon aus und übersieht in dem Verhandlungsstress alle Vor- und Nachteile? In dem Fall kann es nicht schaden sich rechtzeitig darüber zu informieren, was Arbeitnehmer über Sozialpläne wissen sollten!    
Zudem kann es für jeden Einzelnen ganz nützlich sein, sich mal ein paar Erfahrungen von Leuten durch den Kopf gehen zu lassen, die das System kennen und nicht in dem Verdacht stehen, Gegner des Systems zu sein. So las ich vor einigen Tagen in dem Buch "Neustart" von Brian Tracy, Marc Thurner und Raho Bornhorst
"Arbeitgeber wie auch Kunden werden immer nach dem Allerbesten im Austausch für das Allerwenigste  suchen. Das bedeutet, dass du als Arbeitnehmer immer das Mindeste bezahlt bekommen wirst, das notwendig ist, um Dich vom Wechsel zu einem anderen Unternehmen oder Institution abzuhalten."
Vielleicht wollen die bedrohten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lufthansa Technik schon jetzt lieber an einen "Neustart! Selbstbewusst beruflich neu anfangen: Anleitung, Inspiration und Übungen für den nächsten Lebens-Erfolgs-Abschnitt" denken, als den schönen Jahren bei der Firma nachzutrauern.


Quelle: spiegel.de, 26.03.2016