Mittwoch, 17. Mai 2017

Mercedes streicht bis zu 2000 Stellen und lockt mit Freistellung

Mercedes streicht bis zu 2000 Stellen in der LKW-Sparte und lockt mit bezahlter Freistellung - meldet die Stuttgarter-Zeitung.de am 16.05.2017.

Mercedes streicht 2.000 Stellen 

Bild: https://www.daimler.com/produkte/lkw/mercedes-benz/
Wohin rollt der Truck?

Bei Mercedes-Benz sollen besonders in Wörth und Stuttgart mit Stellenstreichungen 400 Millionen Euro bis Ende des Jahres 2018 in der LKW-Sparte gewonnen werden. Als Anreiz für rund 2.000 Mitarbeiter werden geboten:
  • eine Abfindung, die sich für Beschäftigte bis zum Alter von 39 Jahren an der Dauer der Betriebszugehörigkeit orientiert und bis zu 18 Bruttomonatsentgelte umfasst;
  • eine Abfindung für Ältere bis zu 40 Bruttomonatsentgelten (Altersgruppe der 50- bis 56-Jährigen);
  • zusätzlich zur Abfindung eine bezahlte Freistellung für fünf Monate vor dem vereinbarten Ausscheiden;
  • eine erhöhte Abfindung um bis zu 7,5 Bruttomonatsentgelten für Mitarbeiter, die auf diese Freistellung verzichten und bis zum Schluss weiterarbeiten;
  • je nach Alter und Dauer der Betriebszugehörigkeit ein Abfindungs-Sockelbetrag von 10.000 bis 20.000 Euro; 
  • Beratung für die Vermittlung in einen neuen Job - wer darauf verzichtet, erhält 10.000 Euro;
  • eine Turboprämie von mindestens 17.500 Euro für eine "freiwillige" Annahme des Angebots in den ersten drei Monaten.
Zwar soll der Betriebsrat einer Vereinbarung mit der Unternehmensleitung zum Personalabbau zugestimmt haben - aber es für falsch halten, nur auf die Kosten zu schauen. Deshalb fordert er Maßnahmen für zusätzliche Erlöse und die Rückgewinnung verlorener Marktanteile.

Vom Personalabbau betroffen sind ausschließlich die 15.000 Beschäftigten in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung - nicht jedoch die 11.000 Produktionsarbeiter.

Zweifellos sind Abfindungen in Höhe von bis zu 40 Bruttomonatsentgelten überdurchschnittlich hoch - siehe auch "Berechnung der Abfindung bei Kündigung". Doch wer als 56-Jähriger noch auf einen Job bis zur Rente in ca. 10 Jahren gehofft hatte, soll nun mit einem Bruttomonatsentgelt für knapp 3 1/2 Jahre abgespeist werden. Wenn dann noch die Steuern abgerechnet werden...

Das ist die Quittung dafür, dass sich die Ergebnissituation im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Trucks seit 2011 um mehr als 80 Prozent verschlechtert hat, bei stabilem Umsatz und kaum verringerten Fixkosten. So sieht eine konzerntypische verursachergerechte Lösung aus.

Übrigens: Was das für ein Geschäft für den Fiskus wird, können Sie an einer etwas älteren Beispielkalkulation nachvollziehen...
 
Quelle: Stuttgarter-Zeitung.de, 16.05.2017

Sonntag, 19. März 2017

Abfindung - Dafür geht's auch - Wussten Sie das?

Abfindung - da denken sicher die meisten an einen Jobverlust und den damit (eventuell) verbundenen "Goldenen Handschlag". Doch clevere Frauen zeigen Ihnen, wie es auch anders geht.

Für eine Abfindung kann man erfolglos sein - oder Lust haben


Nein, ich meine damit nicht die ehemalige Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die für ihre erfolglose Yahoo-Rettung nun 23 Millionen Dollar Abfindung bekommt. Nein!

Ich denke da mehr an die vielen Frauen, die einfach Lust haben wollten und nun (nach Berichten der KRONEN-Zeitung) bis zu 10.000 Dollar Abfindung kassieren.

Wie das geht? - Sie müssen einfach Lust haben und dann clever sein. ;-)

Lesen Sie selbst:

Freitag, 3. Februar 2017

Top-Abfindung 2017 - von SPD-Mitgliedern gefördert und kritisiert

Top-Abfindungen von Managern gehören zum Business - auch wenn sie umstritten sind. Da verhandeln Manager ganz anders als einfache Arbeitnehmer. Dazu braucht man nicht nur Ellenbogen, sondern vor allem Komplizen - oder sollte man Geschäftspartner sagen?

VW-Vorstandsmitglied bekommt rund 13 Millionen Euro mit SPD-Segen 

Hohe Millionen-Abfindungen sind im Management nun nicht gerade eine Ausnahme. Doch offensichtlich sorgt die Abfindung für Christine-Hohmann-Dennhardt nach rund einem Jahr VW-Zeit für mehr Wirbel in den Medien, als gedacht. Im VW-Media-Services ist davon zumindest nichts zu lesen.

Gabor Steingart sieht das in seinem Monrnignbriefing vom 03.02.17 so:
"Dass die Managergehälter hoch und ihre Abfindungen meistens zu hoch sind, gilt als gesicherte Erkenntnis. Neu ist allerdings, das die Hitparade der Abfindungsmillionäre im Jahr 2017 bislang von einer SPD-Genossin angeführt wird. Christine Hohmann-Dennhardt, einst hessische Justizministerin im Kabinett Hans Eichel und zuletzt Mitglied im VW-Vorstand, bekommt an der Wolfsburger Ausgangstüre rund 13 Millionen Euro Abfindung überreicht. Das Ganze hatte zuvor der SPD-Ministerpräsident von Niedersachsen, der qua Amt dem VW-Aufsichtsrat angehört, abgesegnet. Die Empörung darüber blieb im Willy-Brandt-Haus gestern aus. Martin Schulz, bitte melden, bitte melden"
Quelle: morningbriefing.handelsblatt.com, 03.02.2017

Der auch nicht gerade unumstrittene VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh kritisiert den VW-Vorstand ebenfalls heftig:
„Ich glaube, dem Markenvorstand geht es nur darum, den Aktionären kurzfristig auf Biegen und Brechen gute Zahlen zu zeigen – die Belegschaft spielt bei diesem Vorgehen entgegen aller Vernunft keine Rolle“.
So zitiert ihn die Wolfenbütteler Zeitung.

Quelle: wolfenbuetteler-zeitung.de, 02.07.2017

Dass führende SPD-Mitglieder letztlich den Segen zu einer solchen Abfindung gaben, wird auch nicht dadurch geändert, dass andere krampfhaft versuchen, eine "gute Tat" anzuregen. Die Top-Abfindung ist nicht zuletzt Dank Niedersachsens SPD-geführter Regierung beschlossen worden, die im genehmigenden Aufsichtsrat vertreten ist, unter anderen durch Ministerpräsident Stephan Weil.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, fordert nun in dem Sinne, die Abfindung als "gute Tat" zu spenden.
"VW-Ethikchefin soll Millionen-Abfindung spenden"
Darüber hinaus hat er die Verantwortlichen bei VW - wer ist das eigentlich? - aufgefordert,
„die unverschämt hohen Vorstandsgehälter und die noch viel unverschämt höheren Abfindungen“
zu stoppen.


Natürlich kann sich die CDU so eine Chance zu politischen Auseinandersetzung nicht entgehen lassen 

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hält dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Widersprüche bei dessen Kritik an zu hohen Manager-Vergütungen vor.
"Gegen Boni wettern, aber üppigen Zahlungen für Parteifreunde zustimmen - das passt nicht zusammen",
sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Und Bundestagsfraktionsvize Michael Fuchs kritisiert: 
„Martin Schulz beschwert sich, dass Manager zu hohe Gehälter bekommen. Er fordert als selbsterklärter Volkstribun Gerechtigkeit für den einfachen Arbeitnehmer ein. Dabei waren es doch seine Parteigenossen, die für die Millionenabfindung bei Volkswagen mitverantwortlich sind und die Verträge gebilligt haben ... Das muss Herr Schulz erstmal den Beschäftigten erklären“.
Quelle: Huffington Post, 03.02.2017
 
Was denken Sie, was sich durch dieses Geschrei im Hühnerstall ändern wird?
 
Ich für meinen Teil ziehe es vor, lieber denen zu helfen, eine angemessene Abfindung zu bekommen und darauf so wenig wie möglich Steuern zu zahlen, denen in ihrem Dasein als Lohnsklave nichts geschenkt wird. Dafür schreibe ich in diesem Blog und biete Hilfe zur Selbsthilfe auf www.abfindunginfo.de.

Mittwoch, 30. November 2016

Abfindung statt Kohle

Zwar wird der Begriff "Kohle" auch umgangssprachlich für Geld gebraucht, doch ein dem Prozess vor dem Landesarbeitsgericht Hamm ging es tatsächlich um echte Kohle und die Frage:

Abfindung statt Kohle 


Nach einem Bericht der WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN hat ein Bergmann gegen einen Tarifabschluss aus dem Frühjahr 2015 geklagt.

In dem Tarifabschluss wurde vereinbart, dass die Lieferung von Deputatkohle mit dem Ende des Bergbaus ab 31. Dezember 2018 in Ibbenbüren eingestellt wird. Stattdessen sollen Beschäftigte, Rentner und deren Hinterbliebene eine Abfindung als Einmalzahlung bekommen.

Im Sommer hatte das Landesarbeitsgericht bereits entschieden, dass der Tarifabschluss rechtens ist. Allerdings wurde das Urteil erst jetzt rechtskräftig.
"Der Bergmann hatte argumentiert, dass die Deputatkohle eine Leistung der betrieblichen Altersversorgung sei, in die nicht mehr eingegriffen werden dürfe. Ähnlich argumentieren auch Kläger aus Ibbenbüren und Umgebung."
Ob das Urteil eine Einzelfallentscheidung bleibt, oder die eine “Signalwirkung" hat, wie die RAG-Konzernführung und der Gesamtverband Steinkohle erhoffen, wird sich zeigen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, 24.11.2016

Mittwoch, 1. Juni 2016

Dicke Abfindung - nichts dazu geschrieben

Wie schlecht es manchen Unternehmen finanziell geht, kann man auch an den Abfindungen erkennen, die gezahlt werden. Und die Pensionen erst...

Abfindung und Pension - bloß kein Neid


Eine Abfindung ist nicht alles. Eine angemessene Rente oder Pension obendrauf wäre auch nicht schlecht.

Ein paar Beispiele:
"So soll Bernd Pischetsrieder soll nach seiner Ablösung als Volkswagen-Konzernchef 2006 für weitere fünf Jahre insgesamt 50 Millionen Euro von dem Autohersteller bekommen haben ... Pischetsrieder sei etwa einmal monatlich für jeweils einen Tag per Firmenjet aus seiner bayerischen Heimat nach Wolfsburg geflogen. In den Geschäftsberichten sei das Gehalt dem Bericht zufolge nicht aufgetaucht." (Manager-Magazin)
Doch es wäre wohl ungerecht, immer nur auf die "extraordinairen" (frz. außergewöhnlich - nicht zu verwechseln mit dem im Deutschen üblichen "ordinär" = Synonym: schmutzig, schamlos) Abfindungszahlungen der Vorstände zu verweisen.

Deren Pensionsleistungen sind auch nicht von schlechten Eltern, stehen dagegen aber kaum im Blickfeld der öffentlichen Aufmerksamkeit.

So hat der VW-Konzern in der jüngsten Bilanz für ausgeschiedene Mitglieder des Vorstandes (die zumindest teilweise für den Milliardenbetrug verantwortlich waren) mit Stand 2015 fast eine Viertelmilliarde Euro zurückgestellt (243 Mio. Euro).
"Allein die Pension für den wegen des Diesel-Skandals zurückgetretenen Konzernboss Martin Winterkorn hatte Ende 2015 einen Barwert von 28,6 Millionen Euro. Der 'Spiegel' berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, dass Volkswagen seinen Vorständen so viel Pensionen wie kein anderes Dax-Unternehmen garantiere. Laut dem Hamburger Magazin befinden sich unter den zehn Managern mit den höchsten Pensionszusagen in der deutschen Börsen-Oberliga Dax gleich sechs Vertreter des VW-Konzerns." (Focus Money)
Nur mal so zum Vergleich:
"Der durchschnittliche Zahlbetrag für alle Rentner erhöhte sich im Schnitt um 5,1 Prozent, von 766 auf 805 Euro." (Tagesspiegel)
Ich weiß zwar nicht, welcher Zinssatz, welche Zahlungsperioden und welche Laufzeit für den Barwert der Zahlungen an Herrn Winterkorn zugrunde gelegt wurden, aber ein Durchschnittsrentner bekommt pro Jahr nicht mal 10.000 Euro!

Ohne die Abzinsung bei der Barwertberechnung zu berücksichtigen bedeutet das: In 20 Rentenjahren bekommt er 200.000 Euro = 0,7 % von 28,6 Millionen Euro. Erst bei rund 140 x 20 Jahren käme er auf die gleiche Summe.

Einverstanden - das ist eine Milchmädchenrechnung. Wer es genauer will, kann ja mal genauer rechnen.

Wie heißt es doch so schön auf der Webseite von VW?


Wie wahr!
 

Quellen: manager-magazin.de, 29.05.2016; Focus.de/News-Ticker, 30.05.2016; tagesspiegel.de, 12.06.2015