Montag, 20. Dezember 2010

Es gibt noch "dickere Abfindungen"

Die Frankfurter Neue Presse meldete am 16.12.10:
(http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/geld-fuer-pfaff-war-doch-eine-abfindung_rmn01.c.8512850.de.html)
"Der ehemalige Geschäftführer der Dom-Römer GmbH, Werner Pfaff, hat sein Amt niederlegen müssen, weil er in eine Korruptionsaffäre verwickelt war. Ein Abfindung erhielt er dennoch, wie ein gestern veröffentlichter Bericht des Magistrats einräumt ...

Für seine nur viermonatige Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Altstadt-Projekt bezog der Immobilienexperte insgesamt 349 000 Euro. Damit kam Werner Pfaff für sein kurzes Engagement auf ein Monatsgehalt von 87 250 Euro. Zum Vergleich: Das Grundgehalt von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) beträgt 10 880 Euro. Die Gesamtsumme von 349 000 Euro für Pfaff setzt sich zusammen aus 40 000 Euro Gehalt, 49 000 Euro Mehrwertsteuer und einer Abfindung von 260 000 Euro – auch wenn sich der Magistrat um dieses Wort herumdrückt. Es heißt lediglich: 'Es handelt sich um eine Zahlung aufgrund einer Vereinbarung.'"

Nun gut, diese "Abfindung" ist auch inhaltlich nicht mit einer Abfindung für Arbeitnehmer vergleichbar. Vergleichbar ist jedoch, zu welchen Zahlungen Unternehmen bereit sind, wenn sie sich von einem Mitarbeiter (oder Geschäftspartner) trennen wollen. Dazu ein weiteres aktuelles Beispiel aus dem SPIEGEL Online vom 20.12.10:


"Vorwürfe gegen Möbelhaus XXXLutz

Auch Dirk Nagel weiß viel über XXXLutz zu berichten. Der Gewerkschaftssekretär von Ver.di beugt sich über einen Stapel von Unterlagen: 'Es gibt zahlreiche Fälle, in denen der Konzern versucht hat, in seinen Filialen Betriebsräte mit Abfindungen herauszukaufen', sagt er. Nicht nur in Passau, auch in Regensburg sei in einem Fall eine 'Summe im sechsstelligen Euro-Bereich' bezahlt worden, behauptet Nagel und ergänzt: 'Viel Geld, wenn man bedenkt, dass eine Vollzeit-Verkäuferin nur 1200 Euro netto im Monat verdient.' In Landshut habe sich der Betriebsrat 2009 laut Ver.di gar mangels Mitgliedern aufgelöst. 'Sogar einer Teilzeitbeschäftigten bot man dort 85.000 Euro Abfindung an', sagt Nagel."

Und wenn das Zuckerbrot doch nicht greift, dann nimmt man eben die Peitsche:

"Wer nicht auf die Abfindungsangebote eingehe, dem werde mitunter der Lohn gekürzt. Offiziell geschehe dies über eine - angeblich betriebswirtschaftlich notwendige - Verschiebung auf schlechter bezahlte Stellen. Doch faktisch, heißt es bei Ver.di, gehe es um reine Schikane. Auch Voss sagt, sein Gehalt sei so phasenweise um die Hälfte gekürzt worden. Das Unternehmen selbst äußert sich dazu nicht."

Quelle: SPIEGEL Online, 20.12.10, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,733832,00.html