Sonntag, 25. März 2012

Arvato pokert - Mitarbeiter ziehen Abfindung vor

Die Firma Arvato übernimmt das Vodafone-Kundencenter an der Rellinghauser Straße in Essen. Bereits jetzt wurde angekündigt, dass die Mitarbeiter für die Zeit nach der zweijährigen Übergangsphase mit bis zu 30 weniger Gehalt rechnen müssen. Arvato begründet diese Gehaltskürzung damit, dass die bisherigen Gehälter über dem Marktniveau lägen. Um den Standort langfristig zu erhalten, müssen also die Gehälter gekürzt werden, so Sprecher Gernot Wolf.

Wäre es aus unternehmerischer sicht nicht sinnvoller, über Möglichkeiten größerer Rentabilität und Gewinne nachzudenken, die mit dem wertvollsten "Kapital" jedes Unternehmens, nämlich mit den Mitarbeitern zu erreichen sind?

Wie sehen das die Betroffene? Sie bevorzugen Abfindungen.

Vor zwei Wochen verkündete der Gewerkschaftssekretär Alfons Rüther, dass bereits 150 von 470 Betroffenen nicht wechseln werden. Diese Zahl soll nun noch gestiegen sein. Weitere Mitarbeiter ziehen einen Aufhebungsvertrag mit Vodafone und eine Abfindung vor: 1,5 Monatsgehälter je Beschäftigungsjahr, plus 25 Prozent Turbozuschlag, den es bei einem reinen Widerspruch gegen die Übernahme nicht gäbe.

Alternativ hat wohl Vodafone angeboten, probeweise bei Arvato neun Monate zu arbeiten und in dieser Zeit bei Kündigung die volle Abfindung – ohne Turbozuschlag – zu zahlen, sowie in weiteren neun Monaten noch abgestuft eine reduzierte Abfindung auszuhändigen.

Quelle: Der WESTEN, 23.03.2012