Samstag, 12. Mai 2012

Wer zahlt schon freiwillig eine Abfindung?

Wie Entwicklungspolitik Online (epo) am 10.05.12 meldet, weigert sich adidas trotz enormer Gewinnzuwächse weigere vehement, Arbeiterinnen und Arbeitern in Indonesien nach einer illegalen Werksschließung die ihnen gesetzlich zustehende Abfindung zu zahlen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung hat vor der adidas-Hauptversammlung darauf hingewiesen, dass der Sportartikelhersteller bis November 2010 in dem indonesischen Zulieferbetrieb PT Kizone produzieren ließ. Im Januar 2011 sei der koreanische Eigentümer aus Indonesien geflohen. Daraufhin wurden im April 2.800 Beschäftigte arbeitslos. Nach indonesischem Recht und internationalen Arbeitsstandards stehe Ihnen eine Abfindungszahlung zu. Auch nach dem adidas Verhaltenskodex gilt diese Regel. Eine Abfindung hätten die Beschäftigten allerdings bis heute nicht erhalten.

Insgesamt stünden den Beschäftigten 3,4 Millionen US-Dollar (plus Zinsen) zu. Andere Unternehmen, die ebenfalls Abnehmer des Zulieferbetriebs PT Kizone waren, hätten bereits mit insgesamt 1,6 Millionen Dollar zu den Abfindungszahlungen beigetragen. Doch adidas hingegen weigere sich bislang, die Restsumme von 1,8 Millionen Dollar zu zahlen.

Quelle: epo.de, 10.05.2012


Nachtrag:

Na ist das nicht eine gute Nachricht zum "Tag der Arbeit" 2013:

"Indonesische Arbeiter trotzen Adidas Abfindung ab"

"Der Fall hatte vor allem in den USA für Aufsehen sorgt: Die United Students Against Sweatshops (USAS) hatten mit hartnäckigem Protest an zahlreichen Universitäten im ganzen Land dafür gesorgt, dass 17 Universitäten bestehende Lizenzverträge mit Adidas gekündigt hatten. Auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden solidarisierten sich AktivistInnen mit den Beschäftigten von PT Kizone. So unterstützten 2012 mehr als 50.000 Menschen die Forderungen der Kampagne nach gesetzlichen Abfindungszahlungen mit ihrer Unterschrift und beteiligten sich an einer internationalen Aktionswoche bei Facebook."
Quelle: epo.de, 30.04.2013