Montag, 27. August 2012

10.000 Euro Abfindung ohne Ankündigung auf dem Konto

Hört sich das für Sie irre an? - Am Geldautomaten auf einmal zu sehen, dass man 10.000 Euro Abfindung überwiesen bekommen hat ... ohne vorherige Ankündigung. So geschehen dieser Tage in Spanien, wie die Süddeutsche meldet.

Doch es handelt sich nicht etwa um ein Versehen oder einen "Computerfehler", sondern ganz schlicht um eine von zahllosen Entlassungen. Wie die Zeitung meldet, liegt den Entlassungen das Dekret "Sofortmaßnahmen zur Rationalisierung im öffentlichen Bildungswesen" zugrunde. Mitte April hatte die spanische Regierung ein 100-Milliarden-Sparpaket erlassen. Zu den Folgen gehört, dass Bürgermeister Schulen ganz schließen müssen und an den Universitäten ein Drittel der Dozentenstellen wegfällt.

"Das wilde Kündigen hat begonnen."

Man mag - wie in dem Artikel - das spanische Bildungswesen kritisieren, so viel man will. Feststehen dürfte allerdings: Mit Kündigungen und Kaputtsparen schafft man kaum einen Aufschwung - aber das hat ja auch hierzulande noch nicht jeder begriffen.

Und die "deutsche Wirtschaft" kann sich freuen, wenn künftig für den mangelnden Nachwuchs aus dem eigenen Land junge Spanien nach Deutschland flüchten sollten, um sich hier billig zu verdingen.

Quelle: süddeutsche.de, 27.08.2012

Sonntag, 26. August 2012

Kaum Abfindungschancen bei Schlecker

Eine Abfindung, also Entschädigung für die betriebsbedingte Kündigung hätten viele der Schlecker-Mitarbeiter menschlich gesehen wohl verdient. Doch wo jetzt noch hernehmen?

Für die ehemaligen Beschäftigte der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker gibt es kaum Chancen auf eine Abfindung. Kammertermine vor dem Ulmer Arbeitsgericht endeten mit Vergleichen. Zwar sollen vom Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Gewitz Ansprüche auf die Abfindung nach dem Tarifsozialplan gewährt werden. Doch Geld erhalten die ehemaligen Beschäftigten nur, wenn das Restvermögen groß genug ist, um die Gläubiger zu bedienen.

Dann kann die Abfindung als Masseverbindlichkeit geltend gemacht werden - und eventuell etwas Geld für Abfindung übrig bleiben.

Quelle: Südwestpresse, 17.08.2012

Nachtrag: Solidaritätsfonds statt Abfindung 

Anstelle einer Abfindung wenigstens eine 400-Euro-Spende von der Paul-Schobel-Caritas-Stiftung - das ist für Schlecker-Frauen nun eine finanzielle Hilfe, weil andere versagen. In Welt Online wird der Stifter Paul Schobel zitiert:
"Wenn Menschen in dem Umfang arbeitslos werden, muss es politischer Wille sein, sie wieder in Arbeit zu bringen".
Und Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück wird als erster prominenter Spender genannt, der seine Spende mit den Worten kommentierte:
"Was mich ärgert ist die Subventionsvergabe an die Industrie in Milliardenhöhe."
Wenn es dann darum gehe, 25.000 Menschen eine Zukunft zu geben, sei kein Geld da.

 Quelle: Welt, 04.09.2012