Freitag, 31. Januar 2014

Fixgehalt als Basis für 4 Millionen Euro Abfindung

Der Chemiekonzern Lanxess trennt sich von seinem Chef Axel Heitmann - mit einer Millionenabfindung. Nach Informationen auf rp-online ist im Aufsichtsrat von 4,2 Millionen Euro Abfindung die Rede.

4 Millionen Abfindung für den Chef - und für die 1.000 Mitarbeiter?


Wie Lanxess am 26.01.2014 mitteilte, scheidet der Lanxess-Gründungs-Chef Ende Februar aus. Sein Vertrag sollte eigentlich noch bis 2017 laufen. Doch der Aufsichtsrat sei mit seiner Arbeit nicht zufrieden und beschloss die Ablösung einstimmig, hieß es. Streitpunkt war die Strategie, wie die Lanxess-Krise zu meistern sei.
"Lanxess leidet als großer Autozulieferer dramatisch unter der Flaute am Automarkt, musste die Preise für Kautschuk-Reifen kräftig senken und hatte zudem ein großes Sparpaket aufgelegt. 1000 von 17.000 Arbeitsplätzen werden bis Ende 2015 gestrichen."

Laut Geschäftsbericht erhielt Axel Heitmann im Jahr 2012 von Lanxess Gesamtbezüge in Höhe von 4,12 Millionen Euro - davon 3,84 Millionen Euro in bar. Sein Fixgehalt als Vorstandschef betrug allerdings nur 900 000 Euro. Das Fixgehalt ist in der Regel maßgebend für die Berechnung der Abfindung.

Nachtrag im manager-magazin vom 21. Februar 2014:
"Der Ende des Monats scheidende Lanxess-Chef Axel Heitmann bekommt rund 8,5 Millionen Euro Abfindung mit auf den Weg."
Nachtrag im manager-magazin vom 20. März 2014:
"Axel Heitmann, langjähriger Chef des Chemiekonzerns Lanxess, verzichtet nach seinem Abgang auf eine Abfindung in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro ... weil er um seine Reputation und seine weitere berufliche Laufbahn gefürchtet habe." 

Zum Verzicht auf seine Abfindungsansprüche sei er quasi genötigt worden. Der Konzern wirft Heitmann vor, Umbaukosten an seinem Hamburger Privathaus auf Firmenkosten abgerechnet zu haben.

Quellen: rp-online.de, 27.01.2014, rp-online.de, 29.01.2014, manager-gagazin.de, 21.02.2013, , manager-magazin, 21.03.2014

Mittwoch, 29. Januar 2014

Abfindung - Des Einen Leid, des Anderen Freud

Vodafone ist mit seinen Entlassungen noch nicht am Ende. In diesem Blog wurde schon mehrfach darüber berichtet. Nun soll es erneut "Angebote" für 600 Mitarbeiter geben, den Konzern zu verlassen.

Vodafones "Freiwilligenprogramm" für Abfindungen


Der Konzern bietet jetzt rund 600 Mitarbeitern Abfindungen an. Angeblich sei niemand dazu gezwungen, das Angebot des "Freiwilligenprogramms" anzunehmen. Hintergrund: Das Unternehmen "leidet" an Gewinneinbrüchen. Im letzten Halbjahr stürzte der operative Gewinn um 13 Prozent ab.


Die Aktionäre des Mobilfunkunternehmens leiden weniger. Sie bekommen durch den 
"Verkauf von Anteilen des Unternehmens am US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless eine Sonderausschüttung in Milliardenhöhe. Die Aktionäre votierten fast einstimmig für die Auszahlung von 84 Milliarden Dollar, also rund 61,5 Milliarden Euro. Es sei eine der größten Sonderausschüttungen der Geschichte überhaupt, hieß es."
Nachtrag:

Wie rp-online "passend" zum "Tag der Arbeit" meldet, hat Deutschlands zweitgrößter Telefonkonzern, Vodafone Deutschland, "mit hohen Abfindungen eine regelrechte Kündigungswelle ausgelöst. Rund 800 der rund 11 000 Mitarbeiter werden den Konzern gegen eine Abfindung verlassen".

Hoffentlich wissen die Mitarbeiter, was ihnen von ihrer Abfindung bleibt und nutzen das Geld für ihre künftige finanzielle Unabhängigkeit.

Quelle: spiegel-online.de, 28.01.2014, rp-online, 01.05.2014

Dienstag, 28. Januar 2014

4,7 Millionen Abfindung - Beziehungen schaden nur dem, der keine hat

Ex-Telekom-Chef René Obermann ist als neuer Konzernchef der Lufthansa im Gespräch und kassiert vorab erst einmal nach Informationen der "Rheinischen Post" mindestens 4,7 Millionen Euro an Abfindung bzw. Gehaltsfortzahlung.

Intermezzo mit dicker Abfindung für René Obermann


Nach dem Einstieg beim niederländische Kabelnetzbetreiber Ziggo zu Beginn 2014 wird René Obermann den Chefposten dort verlassen. Ziggo wid vom US-Riesen Liberty Global gekauft. Beste Gelegenheit für René Obermann, um gleich wieder zu gehen. Erhält er doch als Entschädigung erst einmal das ihm bis Ende 2016 "zustehende Grundgehalt" von jährlich 750.000 Euro. Dazu wird ein „Signing Bonus“ von 2,45 Millionen Euro ausgezahlt, auch wenn Ziggo den Vertrag beendet.
"Hinzu kommen einige weitere Vergütungsbestandteile, die bei einer Übernahme ausgezahlt werden. Als Chef der Telekom erhielt Obermann im Jahr 2012 3,8 Millionen Euro inklusive langfristiger Boni. Er verließ die Telekom Ende 2013 freiwillig drei Jahre vor Ende seines zweiten Fünf-Jahres-Vertrages."
Hat Herr Obermann etwa einen Riecher dafür, wie man vorzeitig geht und noch Geld geschenkt bekommt?

Abfindungen sind ja Entschädigungen - für wen eigentlich?

Naja, er muss auch schwer arbeiten für sein Geld. Erinnern Sie sich nur, dass ja die Telekom unter seiner Führung mit ihrer US-Tochter 2012 einen Fehlbetrag von 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftete. Doch auch ohne den Sondereinfluss durch die Abschreibungen auf das US-Geschäft verzeichnete die Telekom in dem Jahr im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 11,3 Prozent.

Wollte Herr Obermann mit seinem vorzeitigen Abgang der Telekom weiteren Schaden ersparen?
Das wäre ja sehr ehrenvoll. Allerdings muss er ja auch irgendwie sein Brot verdienen. Bloß gut, dass es da noch ein paar Nebentätigkeiten annehmen konnte, wie beispielsweise den des Aufsichtsratsmitgliedes bei ThyssenKrupp.
"Dass die Wahl auf Telekom-Chef Obermann fällt, ist nicht überraschend. ThyssenKrupp Aufsichtsratschef Ulrich Lehner ist zugleich auch Chefaufseher der Telekom. In der Vergangenheit hatte es schon des Öfteren Personalwechsel zwischen den beiden Konzernen gegeben."
Quellen: Focus Money, 28.02.2013; Focus Money, 09.10.2013; Focus Money, 28.01.2014 

Montag, 27. Januar 2014

Hypovereinsbank: Sie werden entlassen - Grußwort zum Sonntag

Ich hoffe nicht, dass die potentiell betroffenen Mitarbeiter der Hypovereinsbank wirklich erst in einem "Grußwort zum Sonntag" aus der Zeitung von der drohenden Entlassung erfahren haben. Allerdings: So selten ist das nicht.

Hypovereinsbank streicht 1.600 Stellen und 600 Filialen

 


Nach einem Bericht in der WELT plant der Vorstand der Hypovereinsbank etwa die Hälfte seiner Filialen zu schließen und damit auch rund 1.600 Stellen zu streichen. In der Sprache des Vorstandschefs Theodor Weimer klingt das allerdings so:
"Die HVB habe den durch die digitale Revolution im Bankgeschäft ausgelösten 'historischen Umbruch' frühzeitig antizipiert und mit dem Aufbau ihres Multikanalangebots reagiert. 'Nun setzen wir diesen Transformationsprozess fort und vollziehen als erste Bank in Deutschland eine grundlegende Modernisierung des Privatkundengeschäfts'".
Dafür werden großzügig sogar 150.000 Euro Kosten je zu entlassendem Mitarbeiter veranschlagt.
Sicher gibt es da für viele auch eine Abfindung. Nach Analysen der Unternehmensberatung KARENT sind gerade im Bankensektor Abfindungen vergleichsweise üppig.

Doch ob der "Goldene Handschlag" für jeden Betroffenen die Wunschlösung ist, darf wohl bezweifelt werden. Erst recht, wenn dann nicht mehr allzuviel von einer Abfindung nach Steuern übrig bleibt.

Quelle: WELT, 26.01.2014